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Die Installation „ Ins Vergessen gewebt“ ist heute fertig geworden

In meiner Installation „Ins Vergessen gewebt“, die ich heute vollendet habe, nähere ich mich dem Thema Nachlass und Loslassen als einem stillen Übergang zwischen gelebtem Leben und dem, was von ihm zurückbleibt. Mich beschäftigt die Frage, was mit den Dingen geschieht, wenn die Menschen, denen sie einst gehörten, gegangen sind. Ausgangspunkt meiner Arbeit ist eine verlassene Wohnung, erfüllt von den Spuren eines vergangenen Alltags. Sie wird für mich zum Arbeitsraum, zum Erinnerungsraum und zugleich zu einem Ort von besonderer atmosphärischer Dichte.

Aus den vorgefundenen Möbeln und Gegenständen entwickle ich eine Installation, in der das Vertraute neu sichtbar wird. Ich arrangiere die Objekte wie auf einer Bühne, verschiebe ihre Zusammenhänge, bearbeite sie künstlerisch und öffne sie für eine neue Wahrnehmung. Doch ihre Herkunft, ihre frühere Funktion und ihre Einschreibung in ein gelebtes Leben bleiben erhalten. Gerade in dieser Spannung entfaltet sich der Raum: zwischen Anwesenheit und Abwesenheit, zwischen dem, was war, und dem, was sich bereits dem Erinnern entzieht.

So entsteht ein Moment des Innehaltens — als wäre der Ort gerade erst verlassen worden und trüge noch immer die Wärme seiner Bewohner in sich. Gleichzeitig öffnet sich ein Blick in die Zukunft: auf das Loslassen, auf das Weitergehen, auf ein Vergessen, das nicht auslöscht, sondern überführt. Etwas bleibt, auch wenn es sich verwandelt — es wird ins Vergessen gewebt.

Die beiden Wandarbeiten auf der rechten Seite nehmen in abstrahierter Form die Landschaft der Umgebung der Angerstraße 23 auf und verweben den Innenraum mit dem Außen. Die Malerei auf der linken Seite bezieht sich auf den „röhrenden Hirschen“ über der Couch und verdichtet in abstrahierter Form eine Wohnwelt, die vom Geschmack, den Sehnsüchten und den Lebensentwürfen jener Generation erzählt, die nach dem Krieg ihr Leben und ihr Zuhause neu errichten musste.

Am Sonntag dem 19.7. von 12-18 Uhrfindet die Vernissage der Plain-Air-Malaktion ROOT on the road zum Thema Nachlass loslassen in der Angerstraße 23, Ravensburg, statt. Alle teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler sind anwesend. 

Wandbild über dem Ehebett

Ilka Schneider hat mit Tusche direkt auf die Wand gemalt. In ihre großflächige Malerei ringsum das Ehebett hat sie auch weitere Papierarbeiten collagiert u.a. auch Architektenpläne ihres eigenen Elternhaus und Bilder, die von Grafikdesignentwürfen ihrer Mutter inspiriert sind, die als Grafikerin für Modezeitschriften gearbeitet hat. Es passt gut in diese Wohnung, denn meine Mutter hat auch viel geschneidert. In der Wandinstallation fließen so verschiedene Nachlässe ineinander.  Die Fragen an die Nachlässe sind die gleichen.

Bettlandschaft mit Elefant und Nashorn

Juliane von Arnim versetzt den handgeschnitzten Elefanten und das Nashorn, beides Mitbringsel meiner Eltern von ihren Afrikareisen, in eine aufgewühlte Bettlandschaft. Das Bettlaken wird transformiert in eine eiszeitlich anmutende Landschaft, in der die dunklen, fast schwarzen Tiere, nicht gut getarnt wären. Durch den Hell-Dunkel-Kontrast werden sie maximal in Szene gesetzt und kommen gut zur Geltung

…wenn Erinnerungen Stufen in den Himmel wären…

Marita Czepa kauft seit 12 Jahren kein Papier mehr, sondern malt und zeichnet ausschließlich auf gefundenen Papieren und auch ausschließlich aus umweltverträglichen Gründen mit Aquarellfarbe, Bleistift und Buntstiften. In der Wohnung findet sie vieles, worauf und was sie zeichnen kann. Wie z.B. diese handschriftliche Abschrift meiner Mutter eines Sinnspruches auf einem Werbeblockzettel der TWS mit dem singenden Engel, der verträumt einen Kerzenhalter hält. Ein weiteres Sammelstück in ihrer Serie „Archäologie der Zukunft“.

Hier geht es ans Eingemachte

Einwecken war ganz wichtig bei meiner Mutter und meiner Großmutter. Oben auf den Kellerregalen stehen auch noch die alten Einwecktöpfe samt Thermostaten. Gebrauchsfertig. Man könnte gleich loslegen. Sabine Kybarth malt die letzten übrig gebliebenen Gläser mit Eingemachtem, es berührt mich sehr. Wunderschön!

Zwischenstand der Installation „Ins Vergessen gewebt „

Meine konzeptionelle Installation „Ins Vergessen gewebt“ setzt sich mit dem Thema Nachlass – Loslassen auseinander und geht der Frage nach, was mit den Dingen geschieht, die Menschen nach ihrem Weggehen hinterlassen. Ausgangspunkt ist eine zurückgelassene Wohnung mit den Gegenständen eines gelebten Lebens, die ich als Arbeits- und Erfahrungsraum nutze. Möbel und Objekte werden dort wie auf einer Bühne arrangiert und zum Teil künstlerisch bearbeitet, sodass ein Zustand zwischen Erinnerung, Abwesenheit und Vergessen sichtbar wird. Aktuell befinde ich mich am dritten Arbeitstag und plane für die weitere Ausarbeitung des Konzepts noch etwa zwei zusätzliche Tage ein. Farbe muss trocknen, die Gegenstände arrangiert werden, meine Malerei, drei Arbeiten für die Wand , müssen noch fertig gemalt werden.

Wert in Zinn

Jahrzehntelang standen die vier Zinnteller auf der Eichenschrankwand. Bei näherer Betrachtung offenbarten sie sich als Darstellungen vom Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Nicht schön. Soll aber schöner werden. Was ist mehr wert: Kunst oder Zinn?